| 50 Jahre Schule Paulusgasse |
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1955-1965Das Gründungsjahr der Sonderschule Paulusgasse war das Schuljahr 1955/56. Sie war eine Spezialschule mit Tagesheim. Die Klassen befanden sich im 1. und 2. Stock der Paulusgasse 9-11. Im 3. Stock waren noch Klassen der Volksschule untergebracht.Der Unterricht dauerte von 8 - 15:30, dafür war am Samstag frei. Am Vormittag fand der Unterricht und am Nachmittag "Therapie" statt - Funktionsübungen in Form von Spielen, Turnen und Werken. In der ehemaligen Lichtbildstelle im Erdgeschoß wurde eine Küche eingerichtet, in der die größeren Mädchen ihren Dienst versahen. Spezielles Arbeitsmaterial war nicht vorhanden. Eltern spendeten Spielsachen, Bastelmaterial, Stoffe und vieles mehr. Der Lehrkörper "schuf" daraus Hilfs- und Arbeitsmittel. In einer Klasse gab es einen riesengroßen Kaufmannsladen, der das lebenspraktische Training ermöglichte. Die Anforderung von Betten ließ den Mittagsdienst aufatmen. Der Clou des Jahres war das Züchten von Meerschweinchen , Hamstern und weißen Mäusen für das Krebsforschungsinstitut. Ein Problem war die Geruchsbelästigung, aber letztendlich war es die Fortpflanzungslust der Kleintiere die den Musterbetrieb zusammenbrechen ließ. Im Schuljahr 1956/57 wurde der Versuch gestartet eine Beschäftigungsgruppe für Grenz- und Pflegefälle einzurichten, diese waren die Prototypen der heutigen basalen Förderklassen. 1958/59 hielt eine Gruppe von "Jugend am Werk" Einzug. 1963/64 wurde die Klassenschülerzahl auf 10 Kinder gesenkt. 1964/65 wurde die 5. Klasse in einen Werkkurs umgewandelt. 10 Stunden unterrichtete der literarische Lehrer, seine Reststunden mußte er an einer anderen Schule ableisten. Die Reststunden im Werkkurs übernahm eine Arbeitslehrerin. 1965-1985Bis 1965/66 wurden die Kinder von Lehrern ganztägig betreut, jeder Lehrer hatte zu den Vormittagsstunden noch 2 Nachmittagsdienste zu verrichten. Ab diesem Jahr wurden Horterzieherinnen für die Nachmittagsbetreuung eingestellt.1966/67 gab es zum ersten Mal eine 3-wöchige Ferienaktion in Bruck an der Mur, die vom Direktor und Lehrern betreut wurde. 1970/71 wurden erstmals drei Kinder aus Bulgarien einige Zeit unterrichtet und der erste Schwimmkurs für unsere Kinder abgehalten. 1972/73 ging OSR Karl Ryker in Pension. Es folgten Dir. Othmar Zmatlik und Dir. Anton Fast. Jedes Jahr fand eine Weihnachts- und Leistungsschau statt 1976/77 wurde in den Abschlußklassen der Hauswirtschaftsunterricht von den Klassenlehrern erteilt. Seit 1978/79 bringen Schulbusse einen Großteil der Kinder in die Schule und entlasten damit viele Eltern. 1985 war eine Überkapazität von Plätzen in Nachfolgeeinrichtungen vorhanden - ganz im Gegensatz zu heute. 1985-1996Als ich 1987 die Schule übernahm, begann gleichzeitig die Integrationsbewegung.Ab 1989 gab es zur Unterstützung unserer Kinder Musiktherapie im Haus. Die Vernissage im Managementclub 1990 zeigte die Ideenvielfalt und unbeschwerte Kreativität unserer Schüler. Im selben Jahr gingen die Lehrer mit unseren Kindern das erste Mal Eis laufen unter dem Motto "Spaß am Eis". Außerdem begannen einige Lehrer mit den größeren Schülern mit der künstlerischen Ausgestaltung des Schuleingangs. 1991 konnte die Verlegung der Sonderschule an den Stadtrand verhindert werden 1992 konnten wir mit Hilfe der Bezirksvorstehung unsren hauseigenen Spielplatz eröffnen. 1992/93 erste Basale Förderklasse für schwerst mehrfach behinderte Kinder im Haus. Ab 1993 lernten unsere Kinder den Umgang mit verschiedenen Tieren nach dem Vorbild der amerikanischen "Zootherapie". In manchen Klassen gab es auch zeitweise Haustiere wie Meerschweinchen und Kröten. Die Nachfahren unserer Kröten kann man derzeit im Palmenhaus besuchen, da diese sich so intensiv fortpflanzten, dass wir uns gezwungen sahen einige dem Tiergarten Schönbrunn zu übergeben. 1994 gab es eine Theatergruppe, die "Die kleine Raupe Nimmersatt" als "Schwarzes Theater" aufführten. 1996 führten die Lehrer anlässlich des 40-jährigen Bestehens unserer Schule die "Rocky Horror Paulus-Show" in den Räumen der Volkshochschule 1030 auf. 1997-2007Die letzten 10 JahreIm Laufe der letzten Jahre wurden alle Klassen mit Computern ausgestattet - "Computer als Animateur" Schon bald wurden diese zum festen Bestandteil unseres Unterrichts. Unsere Kinder hatten auch die Möglichkeit ins Ausland zu fahren. Eine Gruppe nahm an einem Musik- und Tanzworkshop in Lingen an der Ems (Deutschland) teil. Eine andere durfte in Frankreich an einem internationalen Sportfest teilnehmen. Außerdem verbrachten einige Erzieherinnen mit ihrer Gruppe eine Ferienwoche in Italien. 1997 begannen wir mit unserem "Cafehaus - Projekt". Dort lernen SchülerInnen in einem "beinahe echten" Cafehaus im Schulgebäude Gegebenheiten der Gastronomie und des Service kennen. Durch die Vorbereitungsarbeiten wie Möbel- und Raumgestaltung entstand ein Berufsvorbereitungs- und Arbeitsprojekt, das uns zu einem EU -Projekt gemeinsam mit Finnland und Deutschland weiterführte. Auch jetzt nehmen wir wieder an einem EU-Projekt mit dem Titel "Learning together - my school - my city - my region" gemeinsam mit Portugal, Spanien, Deutschland und Finnland teil. Unsere Aktionstage (Tage der offenen Tür) sind sicher vielen Freunden des SPZ Paulusgasse bekannt. Oft fand und findet die "Aktion Miteinander" statt. Dabei erhielten wir auch einmal den "Goldenen Sparefroh". Viele Gäste besuchten uns zur Eröffnung des Sinnesraumes, den wir gemeinsam mit der Kunsthochschule gestalteten. In dieser Zeit entstand auch das begehbare Buch. Auch die Zusammenarbeit mit der Berufsschule für Bäckerlehrlinge dauert nun schon einige Jahre an. Unsere Kinder lernen dort die Arbeitsschritte des Brotbackens und den Beruf des Bäckers kennen. Heuer konnten wir unseren Snoezelenraum eröffnen. Die Firmung unserer Kinder übernahm einige Male Kardinal Dr. Schönborn. In den letzten Jahren sind wir sehr sportlich geworden! Es gab einen Integrationsschikurs mit einer KMS-Klasse. Unser Schlußfest ist meist ein sportliches Ereignis mit Geschicklichkeits- und Bewegungsspielen. Fußballturniere halten wir mit Klassen anderer Schulen ab und haben auch schon einen Pokal gewonnen. Im heurigen Schuljahr nahmen einige Kinder zum ersten Mal am Jugendrotkreuzwettbewerb "Erste Hilfe" teil. Ein Höhepunkt dieses Schuljahres ist der wöchentlich am Dienstag vormittags stattfindende "Bewegungsgarten" im Turnsaal, der von allen Klassen besucht werden kann. In den letzten Monaten stand die Vorbereitung der 50 Jahr-Feier im Mittelpunkt. Im Bewußtsein, dass wir noch immer die Förderung an erste Stelle stellen, möchte ich gerne den Eintrag von Prof. Dr. Andreas Rett in unser Gästebuch im Jahr 1956 zitieren: Auf meiner langen Reise durch Europa habe ich keine Schule gesehen, die so sauber, so nett eingerichtet ist, vor allem aber keine in der eine so warme und zutiefst humanitäre Atmosphäre zu spüren ist. Im September 2007 habe ich die Leitung der Schule an Herrn Mag. Alexander Homberg übergeben.
Gabriela ChristophDieser Artikel wurde verfaßt von: Gabriela Christoph, OSR Schulleiterin von 1987 - 2007 ![]() Gabriela Christoph, OSR
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